11.05.2026

Wohnungskündigung mit 87 Jahren

Rausschmiss nach 54 Jahren

Elfriede Hojas aus Adliswil erhielt mit 87 Jahren die Wohnungskündigung. Ein Schock, den immer mehr Menschen im Kanton Zürich erleben.

Seit 54 Jahren lebt Elfriede Hojas in Adliswil. Ihr Lohn reichte, um ihre Wohnung im Sihltal zubezahlen. Letztes Jahr erhielt die Schweizerin aus dem Nichts die Wohnungskündigung. Ein typischer Fall einer unfairen Leerkündigung.

Verdrängung älterer Mietenden

Bei solchen Massenkündigungen werden ganze Siedlungen abgerissen, um danach teure Neubauten zu erstellen. Langjährige Mieterinnen und Mieter verlieren ihr vertrautes Zuhause. Viele müssen ihre liebgewordene Gemeinde verlassen, weil sie sich die neuen Mieten nicht mehr leisten können. Auch Elfriede Hojas hat Angst, ihre Heimat zu verlieren. Sie fürchtet, keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden. «Ich überlege mir, mein ganzes Porzellan zu verkaufen, um etwas Geld zu sparen», sagt die 87-Jährige.

Gemeinden verlieren ihre Identität

Frau Hojas ist kein Einzelfall. Im Kanton Zürich steigt die Zahl an unfairen Leerkündigungen rasant. Nirgends werden mehr Menschen verdrängt als hier. Dabei sind die Folgen nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Gemeinden verheerend. Gemeinschaften werden auseinandergerissen, Kinder müssen die Schule wechseln und der lokale Charakter der Gemeinden schwindet. Elfriede Hojas sorgt sich derweil um den Umzug: «Ich weiss nicht einmal, wie ich die Zügelfirma bezahlen soll».